Ich gehe Fremd…

Ja, ich gebe es zu… Aktuell habe ich auf meinem Laptop Ubuntu 9.10 „Karmic Koala“ installiert.

Ich wollte mal wieder über den Tellerrand sehen und war sowieso im Augenblick ein wenig unzufrieden mit Slackware. Also habe ich mir einen USB-Stick mit Ubuntu fertig gemacht und war angenehm überrascht wie einfach das geht. Meine Komplette Hardware lief sofort, sogar alle Funktionstasten waren sinnvoll belegt.

Und dann hab ich es gewagt und Ubuntu fest auf meiner Festplatte installiert. Wenn ich eine grössere Festplatte hätte, dann wäre es eine eigene Partition geworden. Aber da mein Plattenplatz sehr begrenzt ist, musste Slackware dran glauben.

Jetzt bin ich schon den 10. Tag mit Ubuntu unterwegs und insgesamt sehr zufrieden. Die paar Programme die ich zusätzlich benötige liessen sich schnell installieren. Stundenlanges README lesen und kompilieren um alle Abhängigkeiten beisammen zu haben entfällt. Zumindest für das, was ich installiere. 🙂

Mal sehen wie lange ich bei Ubuntu bleibe… Slackware 13.1 (oder sogar 14.0) wird wohl bald kommen und Ubuntu 10.04 „Lucid Lynx“ soll ja auch schon in knapp einem Monat kommen.

Ubuntu Screenshot
Ubuntu Screenshot

Kernel 2.6.31, der Intel Grafiktreiber und das Ruckeln

Vorgestern habe ich mir den 2.6.31er Kernel kompiliert und installiert. Wie immer problemlos… bis zur ersten Runde QuakeLive. Das Spiel ruckelte unerträglich. Wieder meinen 2.6.30.5er Kernel gestartet, kein Ruckeln.
Also musste es am neuen Kernel liegen. Da ich weiss, dass die Intel-Treiber im Kernel aktuell eine Baustelle sind habe ich mich auf die Suche nach einer Problemlösung gemacht und bin hier fündig geworden. Ein Patch für Mesa soll das Problem lösen.

Also habe ich mir das original Slackbuild genommen, die Mesa-Dateien von hier geholt (bei der Gelegenheit gleich in einer neueren Version) und den Patch auf die Sourcen losgelassen. Leider musste dieser noch ein wenig angepasst werden. Hierfür danke an Slackman. 🙂 Den angepassten Patch für Mesa-7.5.1 gibt es hier: Mesa-7.5.1-Intel.patch. Danach mit dem angepassten Slackbuild ein neues Paket gebaut und installiert.

Die Mühe hat sich gelohnt. Das Ruckeln ist weg und ich hab mit glxgears etwa 50 FPS mehr. Vorher 290-300 jetzt 340-360.

Nachtrag: Die Desktopeffekte von KDE 4.2 funktioneren damit nicht mehr. Also weiter nach einer Lösung suchen… 🙁

Nachtrag2: Mit dem Kernel 2.6.31.1 tritt das ruckeln nicht mehr auf, jedoch ist die Performance wieder auf dem Niveau des 2.6.30.5er Kernel. 🙂

Slack 13.0: deutsches Tastaturlayout ohne xorg.conf

Mit der neuen Slackware Version (13.0) kam auch ein neuer X Server auf die Platte. Dieses läuft (bei mir) sogar ohne das anlegen einer xorg.conf…

Jedoch wollte sich kein deutsches Tastaturlayout einstellen. Selbst mit einer frisch erstellten xorg.conf hatte ich noch kein deutsches Tastaturlayout. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Lösung gemacht.

Der neue X Server konfiguriert sich selbständig mit Hilfe von HAL. Um darauf einfluss zu nehmen kann man in /etc/hal/fdi/policy Konfigurationsdateien Anlegen.

Um jetzt ein deutsche Layout zu bekommen kopiert man (als root) aus /usr/share/hal/fdi/policy/10osvendor/ die Datei 10-keymap.fdi nach /etc/hal/fdi/policy

cp /usr/share/hal/fdi/policy/10osvendor/10-keymap.fdi /etc/hal/fdi/policy/

Danach bearbeitet man die Datei und ändert folgende Zeile:

<merge key="input.xkb.layout" type="string">us</merge>
in
<merge key="input.xkb.layout" type="string">de</merge>

und speichert das.

Nach einem neustart des X Servers sollte dieser auch ein deutsches Tastaturlayout haben.

Quake Live Linux

Seit Dienstag gibt es auch das Browser-Plugin auch für Linux und Mac.

Insgesamt funktioniert das Plugin genauso wie mit Windows, ich hatte nur ein kleines Soundproblem, welches sich mit ’seta s_mixahead „0.3“‚ in der config beheben lässt. Ausserdem ist die Performance nicht ganz so gut wie mit Windows. Das schiebe ich dann allerdings auch auf meine popelige OnBoard Grafik. 😉

Mein Fazit:

Quake Live rockt!

Lazarus installieren

Lazarus ist eine RAD-Entwicklungsumgebung die auf Freepascal aufsetzt.
Delphi Kenner werden sich fast wie zu Hause fühlen, da Lazarus aussieht wie Delphi 7 und auch einen ähnlichen Funktionsumfang hat.

Hier möchte ich den Weg beschreiben, wie ich Lazarus unter Slackware 12.2 installiert habe. Es ist nicht Systemweit installiert, sondern nur für meinen Benutzer.

Aktuell ist Freepascal 2.2.2 und Lazarus 0.9.26.2 beta.

Um Lazarus zu installieren kompilieren wird noch gdk-pixbuf benötigt, welches man am einfachsten mit dem Slackbuild-Script von slackbuilds.org kompiliert oder bei slacky.eu als fertiges Paket zum Download bereitsteht.

Bei slacky.eu gibt es ein fertiges Freepascal-Paket welches auch installiert werden muss.

Zuletzt werden dann noch die Freepascal-Quellen benötigt, welche entpackt bereitliegen sollten. Ich habe sie nach /usr/src/fpc entpackt.

Als nächstes holt man sich auf den Lazarus Projektseiten das „Lazarus Zip /Gzip“ Archiv. Dieses entpackt man an einen Ort seiner Wahl (bei mir ~/bin).
Dann wechselt man in das Verzeichnis und kompiliert lazarus mit

make all clean

Nach ein paar Augenblicken sollte Lazarus fertig sein und man kann es mit  ./lazarus starten.

Lazarus startet jetzt mit einer recht hässlichen GTK+ Oberfläche und meckert über fehlende Freepascal-Quellen. Also noch den Pfad zu den Quellen unter „Einstellungen“ -> Options -> „FPC-Quelltextverzeichnis“ anpassen und schon kann das Programmieren losgehen.

🙂
Ich habe dann Lazarus mit gtk2 neu kompiliert. Am einfachsten geht das über das Menü: Werkzeuge -> „Lazarus erstellen“ einrichten …
Dort dann bei „Build optionen“ „Alles erstellen“ auswählen, dann bei IDE gtk2 (oder auch qt) wählen und „Erstellen“. Nach ein paar Augenblicken sollte Lazarus dann mit der neuen Oberfläche neu starten.

Notebook zur Reparatur

Seit Montag bin ich nun schon ohne meinen Laptop…Habe ihn bei meinem Händler abgegeben weil auf der einen Seite des Deckels das Gehäuse in höhe des Scharniers gebrochen ist. Und da ja im Juli die gestzl. Gewährleistung/Garantie abläuft habe ich ihn noch „schnell“ weggebracht.

Der nette Mann am Serviceschalter sagte ich werde wohl etwa vier Wochen auf mein Gerät warten müssen. Da bin ich ja mal gespannt. In den letzten Umfragen zum Thema Notebookreparatur in der C’T machte man mir nicht gerade Hoffnung was den Service von ASUS angeht. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. 🙂

Seitdem nutze ich den Rechner von meiner Tochter. Allerdings nicht mit meinem gewohnten Slackware sondern Kubuntu. Den Rechner verwende ich hin und wieder als Spielwiese um auch mal andere Distributionen zu testen und das war halt noch installiert.

Als erstes stand das Update von 8.10 auf 9.04 an… lief auch Problemlos durch, nur der X-Server mit dem proprietären Nvidia-Treiber zickte ein bischen rum. Ich war schon fast so weit doch Slackware zu installieren, als ich den entscheidenden Hinweis im Forum bei ubuntuusers.de fand.

Als erstes Fazit würde ich sagen, die Sache der automatischen auflösung von Paketabhängigkeiten ist recht bequem. Ob man diese Abhängigkeiten jedoch wirklich alle braucht wage ich zu bezweifeln. Ich hatte auf meinem Slackwaresystem fast die gleiche Software installiert aber da auch ca. 2GB weniger Platz belegt.

Solange mein Laptop weg ist und ich mir das Ubuntu nicht abschiesse werde ich mal weiter damit arbeiten. Vielleicht schreibe ich dazu auch noch einen Artikel.

Slackware 12.2 ist freigegeben

Am Freitag war es mal wieder soweit… Slackware 12.2 ist freigegeben.

Die neue Version bringt nur Detailverbesserungen und Programmupdates mit um 100% abwärtskompatibel zu 12.1 zu sein. Ich habe die Gelegenheit genutzt und auf meinem Laptop mal ein bischen aufgeräumt und ein sauberes Slackware installiert. Jetzt auch wieder mit XFCE. Ich mag das GTK-Interface irgendwie lieber als das look&feel von qt-Anwendungen. Ausserdem ist XFCE noch nicht so aufgeblasen und schön schnell. 🙂

easys 4.2 review

Obwohl ich ja überzeugter Slackware Benutzer bin, wage ich immer mal wieder einen Blick auf andere Distributionen. Dieses Mal habe ich easys 4.2 (basierend auf Slackware) getestet.

Der Rechner auf dem das ganze installiert wurde ist ein Sony Vaio PCV-RX405.

Die Ausstattung:
AMD Athlon XP 2400+
512 MB RAM
60 GB Fesplatte (15 GB für Linux)
Nvidia GeForce FX 5200
DVD-Brenner und DVD-ROM

Vorweg kann ich sagen, ich bin positiv überrascht wie einfach man doch die Slackware installation beeinflussen kann.

Easys verwendet für die Installation und auch im laufenden Betrieb für verschieden Konfigurationen (Netzwerk, Dialup, Paketmanager) ALICE.

Der Partitionierungsmanager hat seinen Dienst zuverlässig verrichtet und war auch für fortgeschrittene Benutzer verständlich. Schönes Teil, so macht partitionieren spass!

Der grafische Installer (YaLI – Yet another Linux Installer) ist ansprechend und zeigt die Informationen und den aktuellen Status der Installation verständlich an. Mir als Slackware-Kenner fehlt nur die Möglichkeit schon bei der Installation Pakete auszuwählen (hier könnte vielleicht ein Profi-Modus eingebaut werden). Ist aber auch nicht wirklich tragisch, da man ja über den netten ALICE-Package Manager alles nicht benötigte deinstallieren kann.

Bei der Bootmanagerinstallation (die auch wunderbar funktioniert hat) fehlt mir die Möglichkeit gleich das schon vorhanden Windows (oder auch andere OS) einzutragen. So bin ich gezwungen nach dem ersten Start erstmal die lilo.conf zu bearbeiten und das nachzuholen.

Aber was ist das? Wo ist der schöne neue grafische Lilo-Prompt den Slackware seit 12.1 verwendet? Hätte man den nicht beibehalten können? (Natürlich mit einem easys Bild angereichert.)

Der mitgelieferte Kernel (2.6.24.5) unterstützt die von mir verwendete Hardware. Sound funktionierte auch sofort, nur beim ersten Start mussten die passenden Kanäle eingeschaltet und die Lautstärke angepasst werden. Sogar der Firewire-Port wird erkannt. Leider kann ich den nicht Testen, da ich keine Geräte dafür habe.

Hier mal die Ausgabe von lspci:

00:00.0 Host bridge: nVidia Corporation nForce CPU bridge (rev b2)
00:00.1 RAM memory: nVidia Corporation nForce 220/420 Memory Controller (rev b2)
00:00.2 RAM memory: nVidia Corporation nForce 220/420 Memory Controller (rev b2)
00:00.3 RAM memory: nVidia Corporation Unknown device 01aa (rev b2)
00:01.0 ISA bridge: nVidia Corporation nForce ISA Bridge (rev c3)
00:01.1 SMBus: nVidia Corporation nForce PCI System Management (rev c1)
00:06.0 Multimedia audio controller: nVidia Corporation nForce Audio (rev c2)
00:06.1 Modem: nVidia Corporation nForce AC’97 Modem Controller (rev c1)
00:08.0 PCI bridge: nVidia Corporation nForce PCI-to-PCI bridge (rev c2)
00:09.0 IDE interface: nVidia Corporation nForce IDE (rev c3)
00:1e.0 PCI bridge: nVidia Corporation nForce AGP to PCI Bridge (rev b2)
01:07.0 Multimedia controller: Philips Semiconductors TriMedia TM-1300 (rev 83)
01:09.0 FireWire (IEEE 1394): NEC Corporation uPD72874 IEEE1394 OHCI 1.1 3-port PHY-Link Ctrlr (rev 01)
01:0a.0 USB Controller: NEC Corporation USB (rev 41)
01:0a.1 USB Controller: NEC Corporation USB (rev 41)
01:0a.2 USB Controller: NEC Corporation USB 2.0 (rev 02)
01:0b.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C/8139C+ (rev 10)
02:00.0 VGA compatible controller: nVidia Corporation NV34 [GeForce FX 5200] (rev a1)

Die X-Konfiguration tut ihren Dienst und das System ist nach dem ersten booten sofort einsetzbar. Jetzt fehlte nur noch der NVidia Treiber. Wie man diesen installiert ist hier schön beschrieben (obwohl für easys 4.1 geschrieben funktioniert dieser Weg auch tadellos mit 4.2).

Das installierte System belegt 2.7GB… Ich denke, das lässt sich bei heutigen Plattengrößen verkraften, allerdings hätte ich mir wie oben geschrieben eine Paketauswahl gewünscht.

Nun noch ein paar Kritikpunkte:
Die Netzwerkkonfiguration (zumindest für eine Ethernetkarte) sollte schon in die Installation integriert sein oder mindestens beim ersten Start sollte ein Konfigurationsfenster gestartet werden, wo man das nachholen kann.
Die ALICE-Netzwerkkonfiguration bringt bei mir ausserdem beim umkonfigurieren und aktivieren von eth1 einen Fehler, das pppoe-stop nicht aufgerufen kann (PPPoE hab ich gar nicht eingerichtet und brauche ich auch nicht).

Fazit:
Easys eignet sich hervorragend für den Einsteiger und auch der Fortgeschrittene Benutzer findet ein schön vorkonfiguriertes, funktionierendes Linux auf seiner Platte.
Weiter so!