easys 4.2 review

Obwohl ich ja überzeugter Slackware Benutzer bin, wage ich immer mal wieder einen Blick auf andere Distributionen. Dieses Mal habe ich easys 4.2 (basierend auf Slackware) getestet.

Der Rechner auf dem das ganze installiert wurde ist ein Sony Vaio PCV-RX405.

Die Ausstattung:
AMD Athlon XP 2400+
512 MB RAM
60 GB Fesplatte (15 GB für Linux)
Nvidia GeForce FX 5200
DVD-Brenner und DVD-ROM

Vorweg kann ich sagen, ich bin positiv überrascht wie einfach man doch die Slackware installation beeinflussen kann.

Easys verwendet für die Installation und auch im laufenden Betrieb für verschieden Konfigurationen (Netzwerk, Dialup, Paketmanager) ALICE.

Der Partitionierungsmanager hat seinen Dienst zuverlässig verrichtet und war auch für fortgeschrittene Benutzer verständlich. Schönes Teil, so macht partitionieren spass!

Der grafische Installer (YaLI – Yet another Linux Installer) ist ansprechend und zeigt die Informationen und den aktuellen Status der Installation verständlich an. Mir als Slackware-Kenner fehlt nur die Möglichkeit schon bei der Installation Pakete auszuwählen (hier könnte vielleicht ein Profi-Modus eingebaut werden). Ist aber auch nicht wirklich tragisch, da man ja über den netten ALICE-Package Manager alles nicht benötigte deinstallieren kann.

Bei der Bootmanagerinstallation (die auch wunderbar funktioniert hat) fehlt mir die Möglichkeit gleich das schon vorhanden Windows (oder auch andere OS) einzutragen. So bin ich gezwungen nach dem ersten Start erstmal die lilo.conf zu bearbeiten und das nachzuholen.

Aber was ist das? Wo ist der schöne neue grafische Lilo-Prompt den Slackware seit 12.1 verwendet? Hätte man den nicht beibehalten können? (Natürlich mit einem easys Bild angereichert.)

Der mitgelieferte Kernel (2.6.24.5) unterstützt die von mir verwendete Hardware. Sound funktionierte auch sofort, nur beim ersten Start mussten die passenden Kanäle eingeschaltet und die Lautstärke angepasst werden. Sogar der Firewire-Port wird erkannt. Leider kann ich den nicht Testen, da ich keine Geräte dafür habe.

Hier mal die Ausgabe von lspci:

00:00.0 Host bridge: nVidia Corporation nForce CPU bridge (rev b2)
00:00.1 RAM memory: nVidia Corporation nForce 220/420 Memory Controller (rev b2)
00:00.2 RAM memory: nVidia Corporation nForce 220/420 Memory Controller (rev b2)
00:00.3 RAM memory: nVidia Corporation Unknown device 01aa (rev b2)
00:01.0 ISA bridge: nVidia Corporation nForce ISA Bridge (rev c3)
00:01.1 SMBus: nVidia Corporation nForce PCI System Management (rev c1)
00:06.0 Multimedia audio controller: nVidia Corporation nForce Audio (rev c2)
00:06.1 Modem: nVidia Corporation nForce AC’97 Modem Controller (rev c1)
00:08.0 PCI bridge: nVidia Corporation nForce PCI-to-PCI bridge (rev c2)
00:09.0 IDE interface: nVidia Corporation nForce IDE (rev c3)
00:1e.0 PCI bridge: nVidia Corporation nForce AGP to PCI Bridge (rev b2)
01:07.0 Multimedia controller: Philips Semiconductors TriMedia TM-1300 (rev 83)
01:09.0 FireWire (IEEE 1394): NEC Corporation uPD72874 IEEE1394 OHCI 1.1 3-port PHY-Link Ctrlr (rev 01)
01:0a.0 USB Controller: NEC Corporation USB (rev 41)
01:0a.1 USB Controller: NEC Corporation USB (rev 41)
01:0a.2 USB Controller: NEC Corporation USB 2.0 (rev 02)
01:0b.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C/8139C+ (rev 10)
02:00.0 VGA compatible controller: nVidia Corporation NV34 [GeForce FX 5200] (rev a1)

Die X-Konfiguration tut ihren Dienst und das System ist nach dem ersten booten sofort einsetzbar. Jetzt fehlte nur noch der NVidia Treiber. Wie man diesen installiert ist hier schön beschrieben (obwohl für easys 4.1 geschrieben funktioniert dieser Weg auch tadellos mit 4.2).

Das installierte System belegt 2.7GB… Ich denke, das lässt sich bei heutigen Plattengrößen verkraften, allerdings hätte ich mir wie oben geschrieben eine Paketauswahl gewünscht.

Nun noch ein paar Kritikpunkte:
Die Netzwerkkonfiguration (zumindest für eine Ethernetkarte) sollte schon in die Installation integriert sein oder mindestens beim ersten Start sollte ein Konfigurationsfenster gestartet werden, wo man das nachholen kann.
Die ALICE-Netzwerkkonfiguration bringt bei mir ausserdem beim umkonfigurieren und aktivieren von eth1 einen Fehler, das pppoe-stop nicht aufgerufen kann (PPPoE hab ich gar nicht eingerichtet und brauche ich auch nicht).

Fazit:
Easys eignet sich hervorragend für den Einsteiger und auch der Fortgeschrittene Benutzer findet ein schön vorkonfiguriertes, funktionierendes Linux auf seiner Platte.
Weiter so!